Monatsarchiv: Mai 2009

Ach… fick dich.

Es gibt so einige Momente in denen ich wirklich und ernsthaft froh bin quasi immer und überall mit der Bahn zu fahren wie ich gerade lustig bin. Es gibt aber auch ebenso diese anderen Momente wo man sich nichts sehnlicher wünscht als irgendwem -und das Problem ist: Wer ist für den Unfug verantwortlich?- bei der Deutschen Bahn mal kräftig die Fresse zu polieren. Nichtsahnend steigt man in einen Zug, der sogar halbwegs pünktlich ankommt, nichts deutet auf irgendein Chaos oder andere Probleme hin, man erträgt etwa 2 Stunden brüllende Hitze in einer überfüllten Blechbüchse auf Rädern und plötzlich kommt eine Durchsage:
„Werte Fahrgäste: Aufgrund von Bauarbeiten endet dieser Zug heute in Düren. Ich wiederhole: Dieser Zug endet heute in Düren. Fahrgäste nach Aachen nutzen bitte den auf Gleis 6 bereitgestellten Zug nach Aachen über Langerwehe, Nothberg, Eschweiler, Stolberg, Aachen Rothe Erde, Abfahrt 17:47.“ Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass das noch über eine halbe Stunde hin ist. (Mein rechtes Augenlid beginnt leicht zu zucken. Ich spüre wie mich leichte Agressionen überkommen.) Ein weiterer Blick auf den Fahrplan verrät, dass der „Ersatzzug“ exakt die selbe Strecke fährt wie der ursprüngliche Zug. Naja. Besser nicht drüber nachdenken, sonst wird man noch Banane (im schlimmsten Fall sogar Pflaume oder gar Himbeere).
Auf Gleis 6 angekommen steht sogar schon ein Zug in Richtung Aachen bereit. Zwar nicht der richtige, aber hauptsache Aachen und hauptsache schnell, woa? Also: rein. Die erste Überraschung: Klima tuts. Die zweite, nicht ganz erfreuliche, Überraschung: „Werte Fahrgäste: Aufgrund von Bauarbeiten bei Eschweiler wird sich unsere Weiterfahrt um 10 bis 15 Minuten verzögern. Wir bitten dies zu entschuldigen.“ (Mein linkes Augenlid gesellt sich zum Zucken seines Nachbarn. Mit der Kommunikation der Beiden hapert es noch; ich sehe anscheinend aus wie Joe Cocker auf Speed.)
10 Minuten später: Der Zug fährt endlich los. Aber nicht lange. In Langerwehe: „Werte Fahrgäste: Die Baustelle in Eschweiler wirft bereits ihre Schatten voraus. Die Weiterfahrt wird sich schätzungsweise um 30 bis 40 Minuten verzögern.“ (Meine Fäuste ballen sich zu Mordwaffen. Würde jetzt jemand aufstehen und sagen: „Es ist alles meine Schuld!“, würde dieser jener den nächsten Halt bestimmt nicht mehr erleben.)
Langerwehe verlassend spüre ich wie ich mich etwas entkrampfe, als sich plötzlich das potentielle Opfer via Durchsage meldet: „Werte Fahrgäste: Im Sinne der Natur der Bahn werden wir unser Ziel jetzt zügig und ohne weitere Verspätungen erreichen.“
(Hahaha. Humor. Fick dich.)